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Südafrika (2025-6) Herbst

  • Chef
  • 22. Dez. 2025
  • 7 Min. Lesezeit

Von Paternoster aus fahren wird quer durchs Swartland in Richtung Stellenbosch. Swartland gehört zu den aufstrebenden Regionen im Weinbau hier. Es gibt zum Einen eigenständige Weingüter, die aus der Region stammen und hier ihren Sitz haben. Zum Anderen gibt es viele Weingüter aus anderen Regionen, die hier entweder produzieren oder zumindest einen Teil ihrer Trauben aus dem Swartland beziehen. Das erkennt man an der Angabe 'W.O. Swartland', meist klein geschrieben auf dem Rückseitenetikett der Weinflasche.


David & Nadia haben Samstags zu, Badenhorst ist nicht wirklich an Gästen interessiert...wir schauen kurz bei Allesverloren vorbei und bei Kloovenburg. Kloovenburg macht vor allem ein sehr gutes Olivenöl. Der "wetterfeste" Schneemann ist ein klarer Hinweis auf die Vorweihnachtszeit. Die Bilder zeigen, dass im Swartland auch erhebliche Mengen Getreide geerntet werden.


Stellenbosch

Wieder zurück am Kap. Die letzten beiden Stationen stehen an. In Stellenbosch wohnen wir wieder am Papegaaiberg. Die Wohnung liegt relativ zentral und doch ruhig in einem Wohngebiet.


Hikes:

Yellowwood Trail

Es gibt immer noch neue Weg zu entdecken. Wir machen den kleinen Yellowwood Trail im Jonkershoek Nature Reserve. Eigentlich wollten wir zu einem Wasserfall. Der liegt aber viel weiter hinten im Tal und man fährt ein Stück weit in den Park. Das Problem: Es können nur 20 Autos in den Park. Nächstes Mal: Früher aufstehen. Permit 65 Rand p.P. für 'pensioneers' - cashless only.



Koopmanskloof Trail ab der Winery

Eine schöne Runde in den Bottelary Hills mit tollen Blicken vom Simonsberg bis zu den Helderbergen und im Westen zum Kap über die False Bay. Kein Permit - auf die Anmeldung hat nie jemand reagiert und in der Winery hat es auch niemanden interessiert.



Paradyskloof

Noch eine Wanderung im Paradyskloof zu einem (trockenen) Wasserfall.

Free of charge - ist ein Naherholungsgebiet für Stellenbosch.



Wines:

In der Reihenfolge der Besuche.

Ist immer einen Besuch wert. Das Weingut wirkt etwas kühl. Kein Restaurant, aber Tasting und 'Platter' wird angeboten. Mein Favorit ist der "Neil Ellis Jonkershoek Cabernet Sauvignon".


Ein sehr schönes altes Weingut, das in den Bottelary Hills liegt und damit abseits der 'beaten tracks'. Unser Besuch schliesst an den Koopmanskloof Trail an. Hartenberg gehört nicht zu den Spitzen Weingütern, aber die Qualität, die sie anbieten, ist allemal sehr ordentlich. Wir nehmen eine 'Platter' mit einem Chardonnay aus den 'Family Vineyards'.



Seit wir es kennen: Es ist kein Besuch (mehr) in Stellenbosch denkbar, ohne hier vorbeizuschauen.

Die Lage, der Tastingroom und die Weine garantieren einen Platz ganz oben auf der Liste. Unbedingt empfehlenswert. Die 'Platter', die hier auf den Tisch kommt, schlägt alle Marktbegleiter. Hier allerdings ein Archivbild (aus 2023), da wir vergessen habe ein aktuelles Bild zu machen. Die Platte passt sehr gut zum 'The Mira Chardonnay'.

Mein persönlicher Favorit von Mira ist der 'The SING-A-WING Sauvignon Blanc' - Ein Sauvignon Blanc aus Stellenbosch, dem die 620 Meter Höhe, in der er angebaut wird, sehr zuträglich sind. Der Begriff 'cool climate' fällt hier auch und damit spielt der Wein in derselben Liga wie die Sauvignon Blancs die aus Elgin oder Hemel-en-Aarde stammen.

Mir fällt auf, dass die Rotweine von Uva Mira hier unter repräsentiert sind. Nicht beabsichtigt. Aber ein guter Aufhänger für den nächsten Besuch.

Ebenso wie das Wetter. Der dichte Nebel verhindert jeglichen Ausblick. Also ist Wiederkommen Pflicht: Einmal wegen der Aussicht. Und dann wegen der Rotweine. Und der 'Platter'.



Das Weingut muss man erstmal finden. Ganz am Ende der Upper Blaauwklippen Road, Mont Fleur, fast 400 Meter über dem Meer gelegen.

Die "393" Linie besteht aus dem Elevation (Bordeaux style blend) und dem Syrah. 2 Top Weine mit beachtlichem Alterungspotential. Zum Jahreswechsel 2025/26 wird vom Elevation der 2018er Jahrgang verkauft: Trinkreif ab 2025! Vom Syrah der 2021er mit einer Trinkreife ab 2025.

Hier ist alles Handarbeit. Mit einer Presse werden alle Trauben gepresst und dann im kleinen Weingut verarbeitet. Wir geniessen ein sehr persönliches Tasting mit wirklich tollen Weinen. Auch die Chenin Blancs sind vorzüglich.

Mein Favorit ist der sortenreine Cabernet Sauvignon. Die Eigentümerin gestaltet die Etiketten.



Lange nicht mehr hier gewesen. Lange im Besitz der Familie Dornier. Seit 2020 gehört Dornier zu Jan Rupert & sons. Wenn es der Johann (Jan) Rupert ist dann ist "sons" etwas irreführend. Johann Rupert hat nur einen Sohn Anton.

Der Wechsel hat Dornier gut getan. Statt einem etwas seltsamen Shop (Botega) haben sie nun wieder den Schwerpunkt auf Wein gelegt und bieten einen sehr schönen Tastingroom an. Kann man wieder besuchen. Die Mittagspause mit einem Flammkuchen begleitet vom hauseigenen "Moordernaarskloof Chenin Blanc" aus der Top-line geht schnell vorbei.



Dining out:

Regional gesehen gehört Cavalli eigentlich auch zu Stellenbosch. Wir haben Cavalli von Somerset aus besucht.


Einfach hier auf der Terrasse sitzen unter den alten Bäumen zu Mittag essen. Die Atmosphäre ist klasse und der Wein (Donkies Baai 'Steen') sowieso. Das Essensangebot ist etwas reduziert im Vergleich zu den Vorjahren. Anita nimmt 2 Vorspeisen (Beetroot salad und Calamari) und ich nehme die Heirloom Tomato und das Beef Filet.



Wenn ich nur die Chance auf ein Lunch in Stellenbosch hätte, dann wäre der Tastingroom bei Rust en Vrede die erste Wahl. Unkompliziert, einfach und sehr gut! Mit einer Konstanz über mehrere Jahre.

Wir haben 2 Lunch Vouchers. Die "hängen" an einer 6er Kiste Rust en Vrede "Estate". Das Angebot kommt über den Newsletter im November. Hedonistisch gesehen ein Top Angebot: einen Weltklasse Wein (hätten wir eh getrunken) verbunden mit den Gutscheinen. Muss nur noch in den Kalender passen. Und man braucht einen freien Tisch. Extrem stark besucht und die ersten Gäste warten schon vor der Öffnung. Wir kommen am frühen Nachmittag, als der Andrang etwas nachlässt.

Vornweg den 'Steen' und den 'Estate' zum Sirloin. Salz und Pfeffer aus dem berühmten Holzstück. Wir wissen noch immer nicht wo die Holzlöffel dazu herkommen.



Eine Liga für sich. 3 Monate im Voraus reserviert. Das Essen ist jedesmal ein Erlebnis. Und das Fotografieren eine Herausforderung, weil es in der Stube extrem dunkel wird. Zum Glück hat es beim Apéro auf der Terrasse noch etwas mehr Licht.

Unten ist zu sehen ist was zuerst aus der Küche kommt .... In der unteren Bildreihe dann 'Braised Fennel', 'Baby Chicken' und 'Beef Tenderloin'. Im Prinzip das Rückgrat des Menüs. Auf die Abbildung des Süsskrams wird verzichtet. Der 'Estate 2019' war klasse dazu. Es ist der letzte Jahrgang in der Regie von Coenie Synman.



Eigentlich gehobenes Niveau, ein schönes Weingut in einer Toplage. Aber: Uns ist es für das Gebotene überteuert. Man muss durch ein kuratiertes 3 Gänge Menu inkl. Dessert. Der Käse anstelle des Desserts kostet signifikant mehr. Die Rechnungsstellung ist dubios - geht so in Richtung "über den Tisch ziehen". Unsere Bewertung fällt entsprechend aus: Ein gutes Restaurant - wir gehen nächstes Mal sicher nicht mehr dorthin.

Der Vollständigkeit halber:

Unter dem Gras steckt der 'Sesame crusted tuna' gefolgt vom 'roasted veal sweetbread'. Dann kommt der 'Roasted Geelbek' (Kabeljau) und das 'Sous vide springbok loin'. Anschliessend die Käsezeremonie und das Süsse.

Ambiente, Lage und Blick sprechen für sich!




Constantia

Die letzten Tage vor dem Rückflug sind wir wieder bei Emma. Emma und die Rottweiler begrüssen uns als wir ankommen. Rocco ist mittlerweile 14 Jahre alt und hat dann viel Zeit mit uns verbracht. Lucy ist auch viel häufiger hier unten als in den Jahren davor.



Es ist nicht mehr so viel zu tun. Letzte Besorgungen - wir kochen meistens in der Wohnung. Hier habe ich wieder einen Herd mit 4 Flammen, damit lässt sich deutlich mehr machen als mit einem 2 Flammenherd. Dies ist ein starker Trend: Kleiner (oder kein) Herd, Mikrowelle und Heissluftfriteusse. Aufpassen bei der Buchung!


Hiking

Noordhoek Peak

Für mich eine der schönsten Touren in der Tablemountain National Reserve. Der Eintritt regulär kostet 220 Rand p.P., 'Cash only', wir gehen als 'residents' durch für 44 Rand. Allerdings ist das ganze Gebiet um den Silvermine Dam deutlich von den schweren Bränden gezeichnet. Da wo sonst grüner Fynbos steht hat es jetzt nur noch verbranntes, schwarzes Buschwerk. Ein ganz anderer Eindruck des Gebietes als noch im Januar. Die ersten Spuren der Erholung sind aber bereits 6 Monate nach dem Feuer zu sehen. Allerdings ist "Feuer" auch dieses Jahr wieder ein großes Thema in Südafrika. Die Cederberge haben auch kurz nach unserem Besuch dort gebrannt.

Der Blick vom Peak hinunter nach Noordhoek lohnt immer den Weg. Auch wenn es wieder ziemlich viel Wind hat. Ist für uns zu einer Standardrunde geworden.



Dining Out

Bietet sich immer zum Lunch an, wenn man vom Noordhoek Peak herunterkommt. So auch dieses Mal, eine konstante Größe auf unserer Liste. Wir teilen uns ein 'Taste of the summer' Menu:

'Crispy baked brie', 'Togarashi dusted Baby Calamri','Beef Pot stickers','Beef Tataki'.

Dazu den hauseigenen Steenberg Sauvignon Blanc.



Im Januar haben wir keinen Platz im Chef's Warehouse bekommen. Also haben wir auch hier wieder weit im Voraus über dineplan reserviert. Ohne Reservierung auch diesesmal keine Chance!

Die Lage ist exponiert am Constantia Neck. Der Blick hinunter zur False Bay und hinüber zu den Helderbergen ist großartig. Wir müssen leider drinnen essen, weil es ziemlich stürmt, können dafür aber in die offene Küche sehen.

Das Menu ist klasse. Wir nehmen jeweils den komplementären Gang und teilen uns dann die Speisen. So kann man die gesamte Bandbreite geniessen, die Bilder zeigen nur eine Auswahl:

  • Linefish Sashimi, Cape Malay crisp, Green Chilli

  • Chargrilled Tuna, Rendang Noodles

  • Coal Seared Beef Tataki 'Naam Tok'

  • BBQ Chicken Liver Parfait, Port & Espresso dressing

  • Seared Venison Loin, Kumquat Pinenut Relish

  • Braaied Linefish, Confit Leek & Mussel Salad


Es gab ausserdem noch eine 'Beetroot Tart mit Sour cream' und ein 'Pistachio Risotto - Green Peppercorn'



Bei Beau Constantia liegt der Fokus auf dem Essen und nicht so sehr auf dem Wein.

Wir befinden uns in Südafrika, also gibt es eine sehr solide Liste für die Weinauswah - der Chenin Blanc von Raat harmoniert gut zu unserem letzten 'Dining Out'!


Going home


Der Abflug am Nachmittag 22. Dezember von CPT nach JNB. Nachts dann weiter nach FRA. An Weihnachten zuhause.


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