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Piemont im Mai 2026

Chef
17. Mai
6 Min. Lesezeit

Immer wieder Piemont. Auch dieses Mal wieder wie im Vorjahr im Mai. Allerdings sind wir dieses Mal zu Viert. Frauke und Hans kommen nach einer längeren Pause erneut mit. Die Jahreszeit hat deutliche Vorteile: Lange Tage und weniger Touristen. Allein die Anreise kann zum Problem werden. Wir starten um 5 Uhr und kommen ohne Schwierigkeiten durch den Gotthard Tunnel.

 

Samstag

In Cannobio gibt es dann um 8 Uhr den ersten Cappuccino. Die Bilder könnten auch aus dem Vorjahr sein. Herrliches Wetter auf der Alpensüdseite und auf der Strecke am Lago Maggiore entlang praktisch kein Verkehr.

Als wir im Outlet in Vicolungo anhalten ist es kurz vor 10 Uhr und die Geschäfte sind noch nicht geöffnet. Im Unterschied zum Vorjahr sind wir beim Shoppen ziemlich erfolgreich. Klappt nicht immer so. Hier gibt es dann den 2. Cafe.


In Asti kaufen wir ein paar Lebensmittel für die Wohnung und fahren dann bis Neive. Den ersten Apéro gibt es in der Cantina Bistrot. Und auch den ersten Schock: Der Motor im Benz von Frauke und Hans macht Zicken und braucht im Laufe der Woche eine intensivere Reparatur. Aber die beiden schaffen es bis nach Mango. Unsere Anreise verläuft völlig problemlos. Matthias hat immer wieder betont, dass er den Pool fertig hat bis wir kommen. 15,8 Grad ist nicht wirklich warm. Aber ich weihe den Pool für diese Saison ein. Kurz rein springen geht. Um länger im Pool zu bleiben ist es viel zu kalt.


Am Samstag ist "angekommen" angesagt und traditionell gehen wir in die Trattoria La Pizzetta in Valdivilla. Die besagte Tradition hält: Auch dieses Jahr ist der aus der Karte ausgesuchte Weisswein nicht verfügbar. Beim Rotwein zum Hauptgang haben wir mehr Erfolg.


Sonntag

Der Tag beginnt grau und nebelig. Also erst mal in Ruhe frühstücken. Wir fahren hinunter nach Neive wo am Sonntagmorgen der OK Markt und der Metzger Salumeria F.lli Cordero geöffnet hat. Das Ochsenkotelett für heute Abend findet sich in der Vitrine und etwas Prosciutto und Salame wandert auch in die Einkaufstasche.

Das Highlight ist aber heute das Treffen alter Fahrzeuge auf dem Marktplatz in Neive. Die Bilder sprechen für sich. Einen Corso gibt es natürlich auch noch.


In Mango gibt es ganz neu die "Enoteca Regionale Mango", die im Castello mitten im Dorf untergebracht ist. Hier soll der Absatz der Moscato Weine gefördert werden. Wir testen eine Flasche Moscato "Circa 26" von Rapalino. (Metodo Classico pas dosé - 48 Monate auf der Flasche gereift). Pas mal!



Anita und ich machen einen kleinen Spaziergang zum berühmten roten Stuhl - Sedia Gigante dell' amore. Das Wetter geht so, wir werden nicht nass. Abends beginnt dann die Arbeit in der Küche. Das Fleisch gelingt Hans prima - und es bleibt genug übrig, das dann am Dienstag als Roastbeef auf die Teller kommt. Gemüse gibt es natürlich auch dazu und da sich kein Mörser findet nehme ich das Nudelholz um den Pfeffer zu zerstossen. Der 1998er Alta Langha von Rapalino eignet sich ausgezeichnet als Kochbegleiter.



Montag

Das Wetter ist prima. Sonnig und nicht zu warm. Hans traut seinem Auto auch noch eine kleine Fahrt zu. So können Frauke und Hans im Auto die paar wenigen Kilometer zu Rapalino fahren. Anita und ich gehen zu Fuss dahin. Gegen 11Uhr 30 treffen wir uns im Weingut. Der Neubau mit einem riesigen Probierraum ist fast fertig. Vermutlich aber eine Nummer zu gross geraten. Das Tasting ist allerdings sehr nett gemacht. Es gibt Käse, Salsiccia und Omelettes zu den ausgesuchten Weinen. Frauke kann auch endlich einen Freisa probieren und hakt das Thema unter "Erfahrung" auch sogleich wieder ab. Angesichts unserer Einkäufe berechnen sie das Tasting nicht.



Mittags ist dann Siesta in der Casa Giromet bevor wir zu Roberto Minuto in die Casa Luisin nach Barbaresco fahren. Auch hier kaufen wir durchaus erfolgreich ein. Die Weine von Luisin sind schon sehr fein gemacht und für die Region und Nachbarschaft (gerade noch) bezahlbar.



Wenn wir schon hier sind.... Die Pasticceria Curletti hat zwar montags geschlossen, aber vom Balkon kommt ein "Arriva subito" und die Eigentümerin öffnet für Frauke den Laden. Die Tasche mit Baci verschwindet im Kofferraum. Dann ist der Tag fast geschafft und wir gönnen uns den verdienten Apéro in der Weinbar in Neive. Angesichts der Wettersituation im Freien.


Das Umano ist voll ausgebucht. Das Essen ist prima und allein die Weinkarte lohnt einen Besuch. Und für Max spricht, dass sich die Speisekarte immer wieder etwas verändert. Bei anderen Lokalen ist das Menü häufig zu statisch. Die Präsentation des Vitello Tonnato ist kreativ. Anita entscheidet sich für das Kalbsbries.



Dienstag

Rapalino - der Mechaniker. Gemeinsam mit Hans bringen wir den Benz nach Manera zu Luigi. Er nimmt sich dem Problem an. Es soll allerdings noch bis Freitag dauern bis der Daimler wieder rollt: Zu einer defekten Zündkerze kommen noch völlig abgefahrene Winterreifen auf der Hinterachse, die ebenfalls ersetzt werden müssen bevor der Stern wieder auf die Piste darf.


Über Diana d'Alba fahren wir nach La Morra. Ein kleiner Rundgang durch den Ort und hoch zur "Belvedere di La Morra". Die Aussicht, nicht nur auf die schneebedeckten Seealpen ist grandios. Es reicht noch für einen kurzen Besuch in der Cooperativa. Wir nehmen noch etwas Wein mit für die Casa. Für die nächsten Besuche unbedingt Ratti, Reverdito, Galiardo und Scarzello auf die Liste nehmen. Wir nehmen ein kleines Mittagessen in der Osteria more&machine - so eine Kneipe fehlt hier Zuhause. Ich habe das Lokal mittags noch nie leer gesehen. Gegen 13Uhr 30 sind alle Tische besetzt. Und sie haben immer noch keine eigene homepage....


Bei Enzo Boglietti sind wir angemeldet. Wir kommen vermutlich seit 2004 immer wieder hier vorbei. Beim ersten Kontakt war die Kellerei noch in der Altstadt von La Morra. Die 3 Bilder stammen aus 2011 und 2014. Den grösseren Einkauf von 2014 lädt Hans in meinen Audi A5.


Es wird fast wieder so ein Tasting wie 2014. Das Tasting macht zwar ein Mitarbeiter von Enzo. Aber Enzo taucht immer mal wieder auf und führt uns zum Schluss persönlich durch den Keller. Als ich ihm die Bilder von 2011 und 2014 zeige meint er nur: "Mama mia". Andrea aus Bergamo (Cannondale Händler aus Bergamo), ebenfalls für ein Tasting hier, übersetzt den Originalton ins Englische. Gut, dass wir den Touareg haben: Der Kofferraum nimmt die gemeinsam erworbenen Schätze auf.



In der Casa Giromet bleibt die Küche heute abend kalt. Wir sind alle der Ansicht, dass der heutige Tag ein erfolgreicher ist.


Mittwoch

Heute machen wir einen Tag rund ums Haus. Ein kleines Lunch gibt es in der Poli Bar in Mango. Wir mögen die Kneipe einfach wegen der Atmosphäre, dem einfachen Essen und der aussergewöhnlich guten Weinauswahl. Hat sich auch heute wieder gelohnt.


Den Apéro nehmen wir heute "ausser Haus" in der Cantina Bistrot in Neive bevor wir dann ins TasTé fahren. Auch hier ist das Lokal ausgebucht. Stephano begrüsst mich gleich wieder wie einen alten Bekannten. Eine Packung Tajarin gibt er uns für Matthias mit. Das Essen ist prima. Vitello, Tatar, Kaninchen, Kabeljau plus Dessert. Dazu nehmen wir einen Nebbiolo von Scarzello aus Barolo. Der würde auch gut in unseren Weinkeller passen...


Donnerstag

Es ist eigentlich Himmelfahrt, doch in Italien hat das keinen hohen Stellenwert... Jedenfalls ist Markt in Castagnole delle Lanze.....wir kaufen Spargel, Käse und jede Menge Gemüsesetzlinge für den Garten daheim. Das Highlight ist der Messerschleifer auf dem Markt. Hans kauft ein kleines Messer und lässt sein und mein Taschenmesser schleifen: 5 EUR! Wie immer auch die Kalkulation aussehen mag - das Messer ist wieder scharf.


In Canale gehen wir zu Matteo Correggia. Bekannt für die Roero Arneis. Samantha (kennen wir seit dem Besuch bei Liechti) zeigt uns die Casa und führt uns souverän durch die Verkostung. Ein lohnender Besuch bei einem guten Weingut in der Roero. Canale als Stadt sieht zwar nett aus, macht aber einen etwas 'toten' Eindruck. Vielleicht wegen Himmelfahrt?


Abends gibt es Risotto mit Spargeln in der Casa. Wir nehmen Carnaroli weil wir die Sorte Aquarello (Hinweis von Frauke aus dem Feinschmecker) nicht finden können.


Freitag

Anita und ich fahren hinunter nach Cossano Belbo. Wir lassen das Auto im Ort stehen und machen einen kleinen Spaziergang. Mittagspause dann in der Enobottega Masnaiot - hat irgendwie Tradition.

Matthias bringt Frauke und Hans nach Manera zu Auto abholen und zum Haselnüsse abholen. Die beiden gehen dann noch nach Alba zum Einkaufen.

Wir sind abends bei Klaus und Matthias zum Essen eingeladen. Wird wieder ein sehr geselliger und lustiger Abend inklusive der Besprechung von Stuttgarter Kneipen, die wir in den 80er Jahren gemeinsam besucht haben (natürlich ohne uns zu kennen).


Samstag

Ist schnell erzählt. Wir gehen noch kurz nach Alba auf den Markt und zum Salame kaufen. Dann über den Großen Sankt Bernhard (Tunnel) zurück nach Lörrach. So eine Woche ist nicht wirklich lang.


Das Bild vom Castelo in Mango bleibt im Kopf. Bis zum nächsten Mal.



 

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